Im Urnersee wird nicht nur Kies abgebaut – hier entsteht neuer Lebensraum
Die Arnold & Co. AG in Flüelen verbindet moderne Kiesgewinnung mit ökologischer Aufwertung des Vierwaldstättersees.
Am Donnerstag, 11. Juni 2026 besuchte die Junge Wirtschaftskammer Uri mit 18 Mitgliedern das traditionsreiche Familienunternehmen Arnold & Co. AG in Flüelen. Produktions- und Verkaufsleiter Simon Arnold gewährte den Teilnehmenden einen spannenden Einblick in die Geschichte des Unternehmens, das seit rund 145 Jahren im Kiesabbau tätig ist und sich zu einem vielseitigen, modernen Betrieb entwickelt hat.
Nach der Einleitung führte die Besichtigung auf den Urnersee, wo die Gruppe mit einer Naue zum Schwimmbagger gelangte. In rund 74 Metern Tiefe wird dort Kies abgebaut. Täglich werden bis zu 2'500 Tonnen Sand und Kies gewonnen. Der gesamte Betrieb erfolgt elektrisch und gilt als vergleichsweise umweltschonend. Ein dreiköpfiges Team sorgt für einen reibungslosen Ablauf mitten auf dem See.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Seeschüttung, bei der Ausbruchmaterial aus dem Bau des Gotthard-Strassentunnels sowie der neuen Axenstrasse eingebracht wird. Insgesamt werden rund sechs Millionen Kubikmeter Material verwendet, um eine Flachwasserzone zu schaffen und neuen Lebensraum für Fische und Wasserpflanzen zu fördern. Besonders eindrücklich war das Klappschiff, das rund 600 Tonnen Material präzise im vorgesehenen Bereich ablagerte. Die Verbindung aus technischer Präzision und ökologischem Nutzen machte die Dimension des Projekts sichtbar.
Der Besuch zeigte eindrücklich, wie eng industrielle Nutzung und ökologische Verantwortung heute miteinander verbunden werden können und wie aus Eingriffen in die Natur gleichzeitig neue Lebensräume entstehen.